Swiss Average Rate Overnight — der gesicherte Übernachtzinssatz am Schweizer Geldmarkt, berechnet von SIX Group. Seit Ende 2021 ersetzt er den LIBOR als Referenzzins für Hypotheken. Für Hypotheken wird der Compounded SARON über 3 Monate verwendet. Banken addieren eine Marge von 0,64-1,20%, was einen Gesamtzins von 0,7-1,2% ergibt (Stand April 2026).
Was ist SARON und wie funktioniert er?
SARON steht für Swiss Average Rate Overnight und ist der massgebende Referenzzinssatz für den Schweizer Franken. Er wird von der SIX Swiss Exchange auf Basis tatsächlicher Transaktionen und verbindlicher Kursstellungen im besicherten Geldmarkt berechnet — täglich um 18:00 Uhr veröffentlicht. Im Gegensatz zum früheren LIBOR basiert SARON auf realen Transaktionsdaten, nicht auf Schätzungen von Banken. Für Hypotheken wird nicht der tägliche SARON verwendet, sondern der Compounded SARON über eine Periode von typischerweise 3 Monaten. Dabei werden die täglichen SARON-Werte aufgezinst, was eine glättende Wirkung hat. Der SARON liegt seit der SNB-Leitzinssenkung 2024 nahe 0,5% (Stand April 2026).
SARON vs. LIBOR
Der SARON hat den CHF-LIBOR Ende 2021 abgelöst. Der Hauptunterschied: Der LIBOR war ein «forward-looking» Zinssatz — die Bank wusste bei Periodenbeginn, wie hoch der Zins sein würde. Der SARON ist «backward-looking» — der exakte Zins steht erst am Ende der Zinsperiode fest. Für Hypothekarnehmer bedeutet das, dass die genaue Zinszahlung erst kurz vor Fälligkeit berechnet werden kann. In der Praxis hat sich die Umstellung als unproblematisch erwiesen. Ein weiterer Unterschied: Der LIBOR basierte auf Schätzungen von Grossbanken und war anfällig für Manipulation (LIBOR-Skandal 2012). Der SARON basiert auf echten Transaktionen und gilt als deutlich robuster und transparenter.
SARON-Hypothek: Vor- und Nachteile
Die SARON-Hypothek bietet variable Zinsen, die sich alle 3 Monate anpassen. Vorteile: Sie profitieren direkt von Zinssenkungen, es gibt keine Ausstiegskosten (Vorfälligkeitsentschädigung), und historisch waren variable Zinsen oft günstiger als Festhypotheken. Nachteile: Das Zinsrisiko liegt vollständig beim Kreditnehmer. Steigen die Zinsen, steigen auch die monatlichen Kosten — potenziell deutlich. Die SARON-Hypothek eignet sich für Kreditnehmer mit finanzieller Reserve, die kurzfristige Zinsschwankungen verkraften können. Auch als Übergangslösung ist sie beliebt: Viele Käufer starten mit einer SARON-Hypothek und wechseln bei günstiger Gelegenheit in eine Festhypothek.
Aktuelle Zinsen (Stand April 2026)
Nach den Leitzinssenkungen der Schweizerischen Nationalbank (SNB) im Jahr 2024 liegt der SARON-Zinssatz bei rund 0,25-0,50%. Banken addieren ihre Marge von typischerweise 0,64-1,20%, sodass der Gesamtzins für eine SARON-Hypothek bei etwa 0,7-1,2% liegt. Zum Vergleich: Eine 10-jährige Festhypothek kostet aktuell rund 1,5-1,9%. Die Zinsdifferenz (Spread) zwischen SARON und Festhypothek liegt damit bei ca. 0,5-1,0 Prozentpunkten. Ob sich die SARON-Hypothek langfristig lohnt, hängt von der Zinsentwicklung ab. Bleibt das Zinsniveau tief, spart man gegenüber der Festhypothek. Steigen die Zinsen, kann die Festhypothek günstiger sein. Eine Aufteilung (Split) — z.B. 50% SARON und 50% Festhypothek — bietet einen Mittelweg.
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